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Am Freitag, 6. Juni, fand im Stephanisaal des Hauses Stephansplatz 3 die alljährliche Fortbildungsveranstaltung des Orthodoxen Schulamtes und des Instituts Fortbildung Religion der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems statt. Der Fachinspektor für den Orthodoxen Religionsunterricht, Herr Mag. Branislav Djukarić, hatte gemeinsam mit Herrn Mag. Heinz Ivkovits von der KPH die Veranstaltung organisiert, zu welcher Prof. Dr. Dr. Athanasios Stogiannidis eingeladen wurde, um einen Vortrag zum Thema „Psychopädagogische Aspekte im orthodoxen Religionsunterricht“ zu halten. 

b_300_300_16777215_00_images_Aktuell_140508_2.jpgAm Vormittag begrüßte zunächst Fachinspektor Djukarić die orthodoxen Religionslehrerinnen und –lehrer, welche aus allen Bundesländern nach Wien angereist waren, um dieses Angebot der Fortbildung wahrzunehmen. Danach richtete Metropolit Arsenios von Austria Grußworte an die Anwesenden. Er betonte die zwanzigjährige Geschichte und die zahlreichen Erfolge des orthodoxen Religionsunterrichts an den Schulen Österreichs, indem er die historische Entwicklung skizzierte und die Tatkraft seines verstorbenen Vorgängers im Amt, Metropolit Michael Staikos, hervorhob. Metropolit Arsenios berichtete über den aktuellen Stand des Religionsunterrichtes, den derzeit 11.000 orthodoxe Schülerinnen und Schüler wahrnehmen. Wörtliche sagte er: „Die Situation ist zwar gut, aber sie könnte wohl besser sein, was die Orthodoxe Bischofskonferenz in Österreich von uns allen deutlich verlangt.“

 

Er sprach über die wachsenden pädagogischen Anforderungen an die Lehrerinnen und Lehrer und lobte das gezielte Fortbildungsangebot, welches unter anderem in Kooperation mit der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems ermöglicht wird. Über den Beruf des Religionslehrers sagte er daraufhin: „Der Beruf der orthodoxen Religionslehrer und -Lehrerinnen ist in Wahrheit kein Beruf, sondern eine Berufung. Diese Berufung ist eine Gnade und eine Verantwortung zugleich. Durch die Erteilung der missio canonica, welche nicht ewig und unveränderlich ist, werden Sie von der Orthodoxen Kirche durch den Metropoliten von Austria zu Religionslehrern und -lehrerinnen ernannt. Daraus erwächst ihnen aber auch gleichzeitig eine Verantwortung gegenüber der Orthodoxen Kirche und der Republik Österreich. Jedoch haben Sie die größte Verantwortung vor Christus, der für uns alle gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Ihre Worte und Taten müssen vor Christus bestehen und eine Vorbildwirkung für die Ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler haben.“

Schließlich fürhte Metropolit Arsenios aus, dass das aktive geistliche Leben, der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes, das Fasten, die Beichte und die Kommunion sowie die Gespräche mit dem orthodoxen Klerus den Religionslehrerinnen und -lehrern die Kraft zu geben vermögen und diesen als Wegweiser auf dem Pfad der Berufung dienen. Als Metropolit halte er persönlich den Besuch des Gottesdienstes an jedem Sonntag für genauso wichtig wie einen guten Religionsunterricht in der Schule und damit für eine der Hauptaufgaben von Religionslehrern.

Darauf folgten zwei Vorträge von Prof. Stogiannidis mit den Titeln „Lehr- und Lernbarkeit von Religion im orthodoxen religionspädagogischen Kontext“ bzw. „Grundlinien Orthodoxer Symboldidaktik“.

b_300_300_16777215_00_images_Aktuell_140608_3.jpgAm Nachmittag desselben Tages nahm Außenminister Sebastian Kurz an der Dienstbesprechung der orthodoxen Religionslehrerinnen und –lehrer teil. Er wurde von Metropolit Arsenios herzlich begrüßt, welcher die Anwesenheit des Außenministers als ein deutliches Zeichen des Interesses und der Unterstützung des orthodoxen Religionsunterrichts in den Schulen Österreichs und für zukünftige Anliegen beschrieb. Wörtlich sagte er: „Die Vermittlung von Glaubensinhalten an die österreichische Jugend orthodoxen Glaubens ist einer der Meilensteine der Bildungspolitik in unserem Land. Das Aufwachsen dieser Jugend mit Christus und mit christlichen Werten ist ohne Zweifel ein Gewinn für die österreichische Gesellschaft und trägt wesentlich zur Stärkung der Nächstenliebe, Toleranz und Solidarität unter den Menschen bei. Diese christlichen Werte sind sowohl ein Grundstein unserer Gesellschaft als auch unseres Kontinents. Meine persönliche Freude möchte ich darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie sich zu Ihrem christlichen Glauben öffentlich bekennen und vor kurzem die Präsenz von Kreuzen in Klassenzimmern Österreichs bestärkt haben.“

 

Außenminister Kurz legte in einem kurzen Vortrag die Aufgabengebiete der Integrationspolitik dar und lobte den Beitrag der Religionslehrer zu einem besseren Zusammenleben in der österreichischen Gesellschaft. Des weiteren hob er – in Anlehnung an ein Zitat von Metropolit Arsenios – hervor, dass umfassende Toleranz in der Gesellschaft nicht zu Intoleranz gegenüber bestimmten Gruppen von Menschen, z. B. gläubigen Menschen, führen darf. Danach trat er mit den Anwesenden in eine Diskussion zu verschiedenen Aspekten des Religionsunterrichtes und der Integration und beantwortete bereitwillig Fragen zu seinen Aufgabenbereichen und denjenigen des Außenministeriums allgemein.